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30.11.2018

Mehr Flüssig-Erdgas gegen dicke Luft auf SeeVorstandsvorsitzender informiert Hamburgs Ersten Bürgermeister über Zusammenschluss von Wintershall und DEA

Peter Tschentscher und Mario Mehren Wintershall
© Wintershall/Romanus Fuhrmann

Hamburg. Der größte deutsche Erdgas- und Erdölproduzent setzt sich für den verstärkten Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) in der Seeschifffahrt ein. „Die europäischen Seehäfen benötigen LNG-Tankstellen“, sagte Wintershall-Vorstandsvorsitzender Mario Mehren am Donnerstag bei einem Gespräch mit Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher. Wintershall plant derzeit den Zusammenschluss mit dem Hamburger Erdgas- und Erdölförderer DEA. Bei dem Gespräch unterrichtete Mehren den Ersten Bürgermeister auch über aktuellen Stand der Planung des Fusionsprozesses, der im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen werden soll.

Einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Emissionen kann LNG nach Ansicht von Mehren auch im Hamburger Hafen leisten. Hamburg will in den nächsten Jahren Luftschadstoffe im stadtnahen Hafenbereich reduzieren. Als Lösungsansatz hat die Stadt unter anderem die Schaffung einer LNG-Infrastruktur im Hamburger Hafen in den aktuellen Luftreinhalteplan aufgenommen

Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hatte bei der Vorstellung seines Jahresberichts Mitte November ebenfalls Handlungsbedarf angemahnt. Sowohl bei der Nutzung von LNG als auch bei Anlagen für die landseitige Stromversorgung von Schiffen müsse gehandelt werden. Zwar investierte die Wirtschaft in diesem Bereich. Aber Bund und Länder müssten die Voraussetzungen schaffen, dass die Schifffahrt LNG und Landstrom auch tatsächlich nutzen könne.

„Hafen- und Schifffahrtsstandorte stehen heute vor großen Herausforderungen. Es liegt gleichermaßen in der Verantwortung von Unternehmen und Politik, Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Leitideen des politischen und unternehmerischen Handelns zu verankern. Flüssiges Erdgas – LNG – ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Emissionen gerade auch in einem stadtnahen Hafen zu reduzieren,“ sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher.

 „Flüssigerdgas ist nicht überall verfügbar. Die großen europäischen Seehäfen benötigen daher in Zukunft LNG-Tankstellen für Seeschiffe“, betonte Mehren bei dem Gespräch. Durch den Einsatz von Flüssiggas in der Schifffahrt können CO2-Emissionen um 30 Prozent und Stickoxide um 80 Prozent gegenüber Schweröl und maritimen Diesel deutlich reduziert werden. Auch Hamburger Reedereien rüsten daher Containerschiffe um. Auch das neue Kreuzfahrtschiff AIDAnova, das in Kürze von Hamburg aus auf Jungfernfahrt geht, wird mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben.

In dem Gespräch mit Tschentscher informierte Mehren darüber hinaus über den geplanten Zusammenschluss mit DEA. „Wir schaffen das führende unabhängige europäische Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Hamburg und mit Sitz in Kassel“, sagte Mehren. Die Hansestadt nehme bei der Fusion eine wichtige Rolle ein. „Wir fördern Erdgas und Erdöl in der Nordsee – von Norwegen über Deutschland bis zur niederländischen Küste. Hamburg als die große europäische Hafenstadt ist daher auch idealer Standort für europäische und weltweite Offshore-Aktivitäten“, betonte Mehren. Zusammen beschäftigen Wintershall und DEA knapp 3.200 Mitarbeiter weltweit, davon rund 520 bei DEA in Hamburg.

Wintershall und DEA seien zwei deutsche Traditionsunternehmen, die sehr gut zueinander passen, sagte Mehren im Gespräch mit Tschentscher weiter. „In Europa wird Wintershall DEA unter den unabhängigen und auf die Öl- und Gasförderung fokussierten Unternehmen die Nummer eins sein. Wir können damit zu einem starken und unabhängigen Deutschland und Europa beitragen.“