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Erdöl und Erdgas Mehr als nur Brennstoffe

Wer an Erdöl und Erdgas denkt, hat vermutlich vor allem deren Nutzung als Brenn- und Treibstoff vor Augen: Im Winter beispielsweise, wenn die Heizung für wohlige Wärme sorgt. Oder an der Zapfsäule beim Volltanken des Autos. Öl und Gas versorgen die Welt mit Energie. Vor allem Gas als klimafreundlichster fossiler Energieträger ist ein unersetzlicher Bestandteil beim Ausbau der Erneuerbaren Energien: Energie aus Gas ist flexibel einsetzbar und die Versorgungssicherheit auf viele Jahrzehnte hinaus gesichert. Erdöl wiederum ist nicht nur ein wichtiger Brennstoff, sondern auch ein wesentlicher Grundstoff für die chemische Industrie, der in zahlreichen Produkten unseres täglichen Lebens enthalten ist: beispielsweise in Medikamenten, Kleidung oder elektronischen Geräten wie Mobilfunktelefonen und Computern. Öl und Gas haben das moderne Leben, das wir heute führen, überhaupt erst möglich gemacht – und werden auch in Zukunft wichtige Rohstoffe bleiben.

 

Woher kommen Erdgas und Erdöl?

Entstanden sind Erdöl und Erdgas vor Millionen von Jahren aus organischen Stoffen, als sich beispielsweise abgestorbene Kleinstorganismen, Plankton und Algen am Grund urzeitlicher Meere ablagerten, an deren Grund kein Sauerstoff vorhanden war. Ein solches Meer ist heute beispielsweise das Schwarze Meer. Unter hohem Druck und hohen Temperaturen entstanden in dieser sauerstofffreien Umgebung dann die beiden Rohstoffe. Wie genau diese Verwandlung funktioniert und wieso manchmal Erdöl, in anderen Fällen aber Erdgas entsteht, erklärt unser Film weiter unten.

 

Die Top 5 der Öl- und Gasmythen

Erdöl hat immer eine tiefschwarze Farbe: deswegen nennen wir es das schwarze Gold. Aber stimmt das wirklich? Wir räumen mit den gängigsten Fragen und Annahmen rund um das Thema auf!

 

Mythos Nr. 1

Erdöl und Erdgas lagern in großen unterirdischen Hohlräumen wie in einem Ölsee oder einer Gasblase, welche einfach nur angebohrt werden müssen, um die beiden Rohstoffe fördern zu können.

Realität

Erdöl- und Erdgaslagerstätten lassen sich am besten mit einem Glas voller Murmeln vergleichen: Ist dieses Glas bis zum Rand gefüllt, passen keine weiteren Murmeln mehr hinein, weil sie sich in dem Glas nicht enger zusammen drücken lassen. Dennoch gibt es zwischen den Murmeln noch Zwischenräume, in die man zum Beispiel Wasser gießen kann. Ähnlich ist es mit den Gesteinsschichten, in denen Erdöl und Erdgas lagern. Die beiden Rohstoffe sind vor Millionen Jahren in tiefen Gesteinsschichten entstanden. Diese Gesteinsschichten bestehen nicht aus einem undurchlässigen Block, sondern haben kleine Poren die miteinander verbunden sind. Im Lauf der Zeit wanderten das Öl und das Gas in den Zwischenräumen dieser Gesteine immer weiter in Richtung Erdoberfläche – so lange, bis sie auf eine undurchdringliche Schicht stießen. In den Poren der Gesteinsschicht darunter sammelten sie sich und bildeten so eine Lagerstätte.

Mehr über die Erdöl- und Erdgas Wertschöpfungskette.

 

Mythos Nr. 2

Erdöl ist tiefschwarz – schließlich wird es auch das „schwarze Gold“ genannt.

Realität

Erdöl kommt in den verschiedensten Farben vor: Von Honiggelb über Nussbraun bis hin zu Grünschwarz und tiefem Schwarz. Die Färbung des Öls beruht dabei auf Harzen und Asphalten, die im Gegensatz zu den anderen Kohlenwasserstoffen dunkel gefärbt sind. Welche Farbe das Öl hat, ergibt sich aus der Zusammensetzung seiner einzelnen Bestandteile. Allgemein gilt: Je schwerer das Öl, umso mehr Bearbeitungsprozesse sind notwendig, bis das Öl weiterverwendet werden kann. Daher sind es die leichten Erdöle, die besonders gefragt und somit auch deutlich wertvoller sind. Einen Zusammenhang mit der Farbe gibt es aber nicht. Statt von „schwarzem Gold“ müsste man also eigentlich vom „mehrfarbigen Gold“ sprechen.

 

Mythos Nr. 3

Bohrt man ein Loch in ein Ölfeld, sprudelt das Öl wie eine Fontäne heraus.

Realität

Das Bild des Bohrturms, aus dem das Erdöl emporschießt, stammt aus der Frühzeit der Erdölförderung. Heutige Bohrtechniken und Sicherheitsvorrichtungen verhindern solche Erdölfontänen. Tatsächlich wäre ein solcher Ausbruch ein schwerwiegendes Problem, welches auf jeden Fall verhindert werden muss.

Ursache eines Blowouts – also des unkontrollierten Austretens von Erdöl und Erdgas – ist der hohe Druck, der in einer Lagerstätte herrscht. Zu Beginn der Erdölförderung im 19. Jahrhundert konnte dieser noch nicht ausreichend kontrolliert werden: Das Öl strömte ungehindert in das Bohrloch, der hohe Druck beförderte es nach oben und schließlich fontänenartig aus dem Bohrgestänge hinaus – so lange, bis der Druck nachließ und Pumpen notwendig waren, um den Rohstoff zu fördern. Dabei entstanden regelrechte Ölseen, die als Teil der Förderung abgeschöpft wurden.
Seit den 1920er Jahren kann der Druck im Bohrloch kontrolliert und solche Blowouts somit vermieden werden. Zum einen sorgt die bei der Bohrung verwendete Bohrspülung mit einem hohen Eigengewicht für einen Gegendruck zu dem Lagerstättendruck und drängt das Öl und Gas zurück. Sollte der Druck in dem Bohrloch dennoch einmal zu groß werden, verhindert der sogenannte Blowout-Preventer (BOP), einen unkontrollierten Austritt. Der BOP ist ein großes und bis zu  einhundert Tonnen schweres Sicherheitsventil, das sich schließt, wenn der Gegendruck der Spülung nicht mehr ausreicht und das Öl nach oben drückt. Ist die Bohrung abgeschlossen, wird der Bohrturm entfernt und mit der Förderung begonnen.

Wie eine Bohrung durchgeführt wird und was es dabei alles zu beachten gilt, erfahren Sie auf unserer Bohrungs-Seite.

 

Mythos Nr. 4

Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten befinden sich immer dicht unterhalb der Erdoberfläche.

Realität

Diese Aussage hat einen wahren Kern, ist aber nicht ganz richtig. Gerade in der Anfangszeit der Erdölförderung wurden Lagerstätten in weniger als hundert Metern Tiefe erschlossen, teilweise erfolgte die Förderung sogar direkt an der Oberfläche. Auch wird beispielsweise immer noch Erdöl aus Ölsanden im Tagebau gewonnen. Die meisten und vor allem die größten Lagerstätten, aus denen heute gefördert wird, befinden sich jedoch in einigen hundert bis tausenden Metern Tiefe. Allerdings ist die Tiefe für Lagerstätten auch begrenzt, da ab einer bestimmten Tiefe der Druck und die Temperatur für die Entstehung von Erdöl und Erdgas zu hoch sind. 

 

Mythos Nr. 5

Immer wenn eine Bohrung durchgeführt wird, wird aus dieser auch Erdöl oder Erdgas gefördert.

Realität

Nicht alle Bohrungen dienen der Produktion. Denn nachdem geologische Untersuchungen und geophysikalische Messungen Hinweise auf eine Erdöl- oder Erdgaslagerstätte geliefert haben, muss diese Vermutung zunächst einmal bestätigt werden. Dazu wird eine sogenannte Erkundungs- oder auch Explorationsbohrung durchgeführt. Kann diese den Fund bestätigen, werden über Erweiterungsbohrungen Informationen über die Größe und Ausdehnung der Lagerstätte gesammelt. Erst wenn die Geologen wissen, welchen Umfang die neue Lagerstätte hat, wird ein Feldesentwicklungsplan aufgestellt und die erste Produktionsbohrung abgeteuft. Die alten Erkundungs- und Erweiterungsbohrungen eignen sich in der Regel nicht für die Förderung: Meist gehen sie fast senkrecht in die Tiefe, während die Bohrungen für die optimale Erschließung einer Lagerstätte in der Regel horizontal abgelenkt werden.

Auf unserer Bohrungs-Seite haben wir weitere Informationen zu diesem Thema für Sie zusammengestellt.

Erdgas wird vor allem zum Heizen und zur Erzeugung von Strom eingesetzt - wegen der geringeren CO2-Emissionen gegenüber anderen Energieträgern mit steigender Tendenz.

Erdgas

Erdöl, Erdgas und Gaskondensat gehören zu den wichtigsten Energieträgern der Welt. Fest steht: Öl wird gebraucht - aktuell rund 90 Millionen Barrel Erdöl täglich.

Erdöl

Manche Erdöle sind leicht, fast sofort einsetzbar und deshalb sehr wertvoll. Andere sind schwer und müssen mehr Raffinerieprozesse durchlaufen, um verwendbar zu sein.

Kondensat