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Wie fossile Brennstoffe
die Welt bewegen Erdöl

Erdöl, Erdgas und Gaskondensat gehören zu den wichtigsten Energieträgern der Welt. Fest steht: Öl wird gebraucht - aktuell rund 90 Millionen Barrel Erdöl täglich. Vor allem der Nutzen von Öl geht weit über den als Brenn- und Treibstoff hinaus. Gleichzeitig gibt es immer wieder neue, oft gegensätzliche Prognosen über potenzielle Reserven und Ressourcen.
Welche Zukunft haben die fossilen Rohstoffe? Das Ende der Erdöl- und Erdgasförderung ist noch nicht in Sicht. Gewiss ist aber, dass die Lagerstätten irgendwann ausgeschöpft sein werden - allein an Erdöl wird viermal mehr verbraucht, als an neuen Quellen entdeckt wird. Deshalb gilt es, die Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Als Heizmittel zum Beispiel für zu Hause wird es nach und nach von anderen Energien verdrängt. Dafür bleibt Öl als Grundstoff für die chemische Industrie wesentlich. Die Industrieländer brauchen zukünftig clevere Strategien, wie sie mit den wertvollen Ressourcen umgehen wollen.

Brent maßgeblich für Ölpreis in Europa

Die Preise für Rohöl orientieren sich an den Kursen der internationalen Ölbörsen New York Mercantile Exchange (NYMEX), ICE Futures in London (früher "International Petroleum Exchange"), Rotterdam (ARA), Chicago (CBoT), Shanghai (SHFE) und der Singapore Exchange (SGX). Die wichtigste Rohölsorte für Europa ist der Brent. Der historische Ölpreisverlauf ist geprägt durch starke Schwankungen mit Ausnahme des sogenannten Goldenen Zeitalters des billigen Öls zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise 1973.

2006-2016 Ölpreis Verlauf pro Barrel BRENT

Welche Ölarten gibt es?

Als unraffiniertes Naturprodukt setzt sich Öl aus mehr als 17.000 Bestandteilen zusammen. Es lässt sich in Schwerstöl und Bitumen, Schweröl, Leichtöl und Kondensat einteilen. Der API-Grad ist die übliche Dichteeinheit für Rohöle. Sie wird weltweit zur Charakterisierung und als Qualitätsmaßstab von Rohöl verwendet.

So muss aus Schweröl zunächst Leichtöl gewonnen werden. Erst dann können Endprodukte wie Diesel, Ottokraftstoff und Rohbenzin hergestellt werden. Die größte Nachfrage konzentriert sich auf die leichten, schwefelarmen Öle.

* API steht für American Petroleum Institute.

Reserven, Ressourcen und Potenziale

Reserven sind nachgewiesene zu heutigen Preisen und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbare Energierohstoffmengen.

Ressourcen sind nachgewiesene Mengen, die aber derzeit technisch oder wirtschaftlich nicht gewinnbar sind. Werden Reserven und Ressourcen addiert, spricht man von verbleibendem Potenzial.

Das Gesamtpotenzial ergibt sich aus kumulierter Förderung, Reserven plus Ressourcen.

Quelle: BGR

Bestandteile des Erdöls

Das unraffinierte Erdöl - das so genannte Rohöl - ist ein Naturprodukt mit unzähligen organischen Stoffen, die auf der Erde vorkommen. Neben den reinen Kohlenwasserstoffen sind Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel wichtige Bestandteile des Erdöls. In der Petrochemie unterscheidet man dabei zwischen leichten Sorten mit geringem Schwefelgehalt, wie West Texas Intermediate (WTI) und dem Nordseeöl Brent. Schwere Sorten dagegen sind zum Beispiel Mars und Poseidon.

Drei Fragen an Thilo Wieland Vorstandsmitglied, Exploration & Produktion in Russland, Nordafrika, Südamerika - zuvor Leiter Strategie

 

Öl ist als Rohstoff zu wertvoll, um als Heizmittel genutzt zu werden.

Thilo Wieland
Vorstandsmitglied, Exploration und Produktion in Russland, Nordafrika, Südamerika

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Wärme

Weltweit wird ein Fünftel der Erdölproduktion verheizt.

Chemie

Fast 90 Prozent der Chemieprodukte werden aus Erdöl gewonnen, besonders Kunststoffe. Polyethylen ist Grundlage für iPad, Frischhaltefolien und Butterdosen. Aus dem transparenten Kunststoff Polycarbonat werden CDs und DVDs.

Mobilität

Erdölprodukte treiben immer noch die Welt an. Kaum ein Auto, Flugzeug oder Schiff kommt ohne den fossilen Energieträger im Tank aus.

Das Kohlenwasser-
stoffmolekül Methan CH4

Öl setzt sich aus bis zu 17.000 Komponenten zusammen. Den größten Anteil am Öl aber haben Kohlenstoff und Wasserstoff. Hier zu sehen in Form des Moleküls Methan (CH4). Methan setzt sich zusammen aus einem Kohlenstoffatom und vier Wasserstoffatomen.

Die einzelnen Moleküle sind sehr klein und haben eine geringe Anziehungskraft. Da sich die Verbindungen zwischen dem Kohlenstoffatom und den vier Wasserstoffatomen abstoßen ist das Molekül räumlich ausgerichtet. Das farb- und geruchlose Gas ist, wie alle Kohlenwasserstoffe, brennbar.

Ein Vorteil bei der Verbrennung: es kommt nur zu einer geringen Rußbildung.

Bei der Verbrennung wird eine große Menge an Energie freigesetzt, die Beispielsweise zum Beheizen von Häusern oder aber auch als Kraftstoff für Autos genutzt wird.

Mehr Energie für die Welt

Um mehr als ein Drittel wird der globale Energiebedarf laut Internationaler Energieagentur (IEA) bis 2035 zunehmen. In Indien, China und dem Nahen Osten sind 60 Prozent dieses Anstiegs zu verzeichnen. Die erneuerbaren überholen die Kernenergie. Dennoch dominieren auch in 20 Jahren noch die fossilen Rohstoffe den Energiemix. Gerade die Anteile von Erdgas werden immer wichtiger.

Erfahren Sie auf den Folgeseiten mehr zu den Rohstoffen Gas und Kondensat.