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Wie fossile Brennstoffe
die Welt bewegen Erdgas

Unsichtbar aber immer (öfter) von Nutzen

Erdgas wird vor allem zum Heizen und zur Erzeugung von Strom eingesetzt - wegen der geringeren CO2-Emissionen gegenüber anderen Energieträgern mit steigender Tendenz. Denn unter allen fossilen Energieträgern hat Erdgas die beste Klimabilanz. So entstehen bei der Verbrennung von Erdgas 25 Prozent weniger Treibhausgase als bei Öl und 30 bis 35 Prozent weniger als bei Kohle. Erdgas enthält keine Aromaten und wesentlich weniger Schwefel. Zudem ist es praktisch staubfrei.

1.033,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas

wurden 2012 rund um den Globus transportiert. Fast 70 Prozent der Menge findet per Pipeline seinen Weg zum Abnehmer, hauptsächlich innerhalb Russlands und Europas.

Ein rund drei Millionen Kilometer langes Netz an Pipelines umspannt derzeit den Globus.*

Die restlichen Mengen - 329,8 Milliarden Kubikmeter - wurden verflüssigt und per LNG-Tanker verschifft. LNG steht für Liquefied Natural Gas. Größter Importeur von LNG ist mit Abstand Japan. Die Industrienation benötigt etwa ein Drittel des transportierten LNG-Volumens. Schon bald könnte Australien zu einem großen LNG-Exporteur werden. Dort sind viele Verflüssigungsterminals im Bau.

Erdgaslagerstätten

Bei Erdgaslagerstätten wird zwischen konventionellen und unkonventionellen unterschieden. Während bei konventionellen Vorkommen das Erdgas ins Gestein (meist Sandstein) über die Jahrmillionen Jahre migriert ist, sind bei unkonventionellen Lagerstätten die Moleküle im Muttergestein (oft Tonschiefer) geblieben. Bei konventionellen Vorkommen wie etwa Tightgas sind die Porenräume sehr klein und dicht - bei Schiefergestein sogar nicht vorhanden. Dort ist das Erdgas auf der Oberfläche gebunden. Dadurch kann das Gas hier nicht allein zum Bohrloch fließen. Es müssen erst künstlich Fließwege geschaffen werden, zum Beispiel mithilfe der Hydraulic-Fracturing-Technologie.

Emissionsarm

Erdgas ist der fossile Energieträger mit den geringsten CO2-Emissionen. Es kann in vielen Anwendungen Energieträger wie Kohle und Öl ersetzen, die höhere Klimabelastungen verursachen.

Quelle: Umweltbundesamt

CO2-Emissionen fossiler Energieträger

Was ist Erdgas? Die Bestandteile

Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan (CH4) - eine organische Verbindung, die aus Kohlenstoff- und Kohlenwasserstoffatomen besteht. Gewöhnlich enthält Erdgas auch schwerere Kohlenwasserstoffe, Methan Homologen: Ethan (C2H6), Propan (C3H8), Butan (C4H10) und einige Nichtkohlenwasserstoff-Beimischungen.

Methan

Methan gehört genauso wie Kohlendioxid und Wasserdampf zu den natürlichen Treibhausgasen. Es stammt sowohl aus natürlichen Quellen wie Sümpfen und Wäldern als auch der Viehhaltung, Mülldeponien oder Agrarflächen. Auch Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan.

Ethan

Ethan - das ist eine chemische Verbindung, die den gesättigten Kohlenwasserstoffen zugehörig ist. Es ist Gas, das sowohl farb- als auch geruchlos ist und vor allem zu Heiz- und Verbrennungszwecken genutzt wird.

Propan

Propan ist ein farb- und geruchloses brennbares Gas, das zu den Kohlenwasserstoffen gehört. Bekannt ist Propan beispielsweise als Kältemittel für PKW-Klimaanlagen. In flüssiger Form findet es Verwendung als Brenn- und Heizgas, als Autogas oder für den Betrieb von Heißluftballons.

Butan

Butan ist ein Flüssiggas, das bei der Erdöldestillation anfällt und im Erdöl und Erdgas vorkommt. Im Mix mit Methylpropan und Propan lässt sich Butan zum Heizen und Kochen in Tanks, Gasflaschen oder Feuerzeugen einsetzen. Auch Busse und Autos können mit butanhaltigem Flüssiggas fahren.

Wofür wird Erdgas verwendet?

Meist wird Erdgas zur Strom- und Wärmeproduktion verwendet. Es findet auch als Kraftstoff und in der chemischen Industrie Verwendung, beispielsweise zur Herstellung von Dünger und Farben. Für die Herstellung von Kunststoffen könnte Erdgas wichtiger werden. Forscher der TU Berlin versuchen, aus dem Hauptbestandteil von Erdgas das begehrte Ethylen herzustellen. Gelingt dies in großem Maßstab, könnte Erdgas das bisher hauptsächlich genutzte Erdöl in diesem Bereich ersetzen.

Mit Erdgas unterwegs

Erdgasmobilität bietet viel Potenzial, um den CO2-Ausstoß zu senken - und das ohne Abstriche in Reichweite und Fahrkomfort. Eine Studie des Fachinstituts EWI zeigt: Wenn bis 2030 ein Fünftel der deutschen Fahrzeugflotte von ölbasierten Kraftstoffen auf Erdgas umgestellt würde, ließen sich jährlich bis zu 20 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermeiden. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 2,5 Mio. Zwei-Personen-Haushalten. Technisch gesehen, gibt es kaum einen Unterschied zwischen einem Benzin- und einem Erdgasmotor - in letzterem wird statt eines Benzin-Luft-Gemischs einfach ein Gas-Luft-Gemisch entzündet. Das Erdgas lagert in einem Drucktank, dessen Inhalt je nach Fahrzeugmodell für eine Strecke von 200 bis 400 Kilometern ausreicht.

Leuchtturmprojekt Hamburg Airport: Die gesamte Schlepperflotte sowie sechs Passagierbusse nutzen Bio-Erdgas aus der Flughafen-eigenen Tankstelle - und das seit 2007. Rund zwölf Prozent an CO2 konnte insgesamt eingespart werden, bei den Gasfahrzeugen sanken die Emissionen durch den Umstieg auf Biogas noch einmal um 65 Prozent - 527 Tonnen pro Jahr. Für die gute Bilanz erhielt der Flughafen 2012 den GreenFleet Award.

Clever: Pilotprojekt eGAS

"E-GAS PROJEKT"

Im niedersächsischen Städtchen Werlte will Audi als erster Fahrzeughersteller Erdgas-Autos mithilfe von künstlich hergestelltem Gas betreiben. Die Energie für das Projekt stammt aus dem unternehmenseigenen Offshore-Windpark in der Ostsee.

Schritt 1:

Der dort entstehende grüne Strom spaltet in einem ersten Schritt Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff.

Schritt 2:

Im zweiten Schritt stellt die Anlage aus dem Wasserstoff und CO2 einer Biogasanlage, das sonst in die Atmosphäre gelangt wäre, synthetisches Methan her.

Quelle: Gaswinner