Schwerpunktregionen weltweit

A subsidiary of BASF - We create chemistry

Landau Erdölförderung gehört zur Region wie der Weinbau

Seit Jahrhunderten bewirtschaftet die Familie von Winzer Klaus Rummel die sanften Hügel rund um Landau, wo Wintershall Erdöl fördert.
Auf 15 Hektar baut Rummel in der Südpfalz mit seiner Frau Susanne Wein an. Wir haben Klaus Rummel bei der Weinlese begleitet.

 

© Thorsten Silz

In der Nacht hat es geregnet. Auf dem Hof von Bio-Winzer Klaus Rummel warten die Erntehelfer darauf, mit der Lese anfangen zu können. „Wir warten noch mal eine Stunde, bis die Trauben und der Boden mehr abgetrocknet sind“, sagt Klaus Rummel. Auf den Straßen rings um Landau knattern die Traktoren. Rote Vollernter, große Maschinen, fahren in die Weinberge. Die Winzer-Kollegen geben Gas: Die Trauben sind reif, das Wetter launisch, jede Gelegenheit müssen die Winzer nun nutzen. Aber Rummel ruht in sich selbst, schaut auf seine von der Traubenernte blauen Hände und sagt: „Wir ernten mit der Hand und ich will doch jetzt nicht den Boden zwischen den Rebzeilen zerstören.“
Seit Jahrhunderten bewirtschaftet seine Familie die sanften Hügel rund um Landau. Auf 15 Hektar baut Klaus Rummel mit seiner Frau Susanne Wein an. Seit 1987 hat sich der Winzer dem ökologischen Weinbau verschrieben. Er verzichtet auf den Einsatz von Unkraut-vernichtungsmitteln, pflanzt gentechnikfrei gezüchtete, pilzresistente Rebsorten an. Anfänglich belächelt, hat sich der Betrieb erfolgreich auf dem Markt behauptet. Und das nicht nur auf regionaler Ebene. Neulich wurde ein Wein aus dem Hause Rummel beim Staatsbankett im Schloss Bellevue für die englische Königin Elizabeth II. serviert.

Laura Välimäki aus Finnland steht mit Gummistiefeln und Gummihandschuhen im Weinberg und schneidet zusammen mit acht anderen Erntehelfern Rebe für Rebe der dunkelblauen Portugieser Weintrauben ab. Die 24-Jährige aus Helsinki ist eigentlich Köchin. Sie hat sich vier Wochen Urlaub genommen, um an der Weinlese teilnehmen zu können. „Ich möchte alles kennenlernen, von der Weinlese bis zur Verarbeitung, damit ich das Produkt Wein besser verstehe“, sagt die junge Frau aus Helsinki. Hart, aber herzlich sei der Arbeitsalltag. „Die Ausbildung ist neben dem Erhalt unserer Natur die zweite Säule der Nachhaltigkeit für uns“, sagt Klaus Rummel.

Mit dem Telefon am Ohr steht die 75-jährige Senior-Chefin Helga Rummel neben ihrem Sohn im Weinberg. Sie organisiert den Einsatz der Erntehelfer und das gemeinsame Mittagessen. Und das seit 60 Jahren. Genauso lang, wie Wintershall Erdöl in Landau fördert. „Ich kann mich noch gut an die Anfänge der Erdölförderung in den Weinbergen erinnern“, sagt sie. Im Hintergrund nickt wie zur Bestätigung die Pferdekopfpumpe der Bohrung Landau 121. An die Nickmännchen im Weinberg haben sich die Winzer längst gewöhnt. 65 Pferdekopfpumpen stehen heute noch für Wintershall zwischen Portugieser und Burgunder rund um Landau in den Weinbergen. Bis heute sind 4,5 Millionen Tonnen Erdöl gefördert worden.

Die Familie Rummel lädt Erntehelfer bei der Weinlese traditionell zu einem Mittagessen ein.

„Wir sind übrigens auch im Ölgeschäft“, lacht Winzer Klaus Rummel. Er presst aus den Traubenkernen Öl. Rummel geht über die Straße hin zu seinem Versuchsanbau. Er schaut sich die Trauben an, probiert und geht wieder zurück in den Weinkeller. Man müsse sich ständig neu erfinden, nach Innovationen suchen und vor allem Geduld haben, so Klaus Rummel. Es rumpelt über den Hügeln von Landau. Ein Gewitter zieht auf. Die Ernte ist für diesen Tag erledigt, zehn Meter sind stehen geblieben, die Trauben bleiben hängen. Die Arbeiter kehren heim. „Regen ist kein Problem, unser naturbelassener Boden kann das vertragen“, sagt Rummel. Dann prasseln Hagelkörner auf das Dach. Von einer Sekunde auf die andere versteinert sich das Gesicht des Weinbauers. „Wenn der Hagel jetzt zu lange dauert, ist die Ernte kaputt, ein Jahr Arbeit umsonst“, sagt Rummel. Außer dem Prasseln der Hagelkörner ist es still geworden. Alle schauen zum Himmel. Das Wetter schlägt wieder um, Hagel wird zu Regen. Erleichterung macht sich breit. Der Tag hat ein glückliches Ende gefunden, morgen geht die Lese weiter.

60 Jahre Wintershall in Landau

Im September 1955 wurde die erste Pferdekopfpumpe in Dammheim in Dienst genommen. Fast 200 Bohrungen wurden seitdem abgeteuft – das bergmännische Wort für bohren. Davon sind heute noch rund 65 Bohrungen in Betrieb. Aus Tiefen bis zu 1.800 Metern wird das Erdöl mithilfe unserer Pferdekopfpumpen zutage gefördert. Wintershall fördert in Landau jährlich rund 20.000 Tonnen Erdöl und leistet damit einen aktiven Beitrag für die heimische Versorgung mit dem hochwertigen Rohstoff.

Ein Ende der Produktion ist nicht in Sicht, denn die Lagerstätte ist längst nicht erschöpft. Im Jahr 2011 wurden mit der Bohrung „Landau 2a“ weitere wertvolle Reserven erschlossen, die eine längerfristige Förderung am Standort ermöglichen. Trotz der langen Förderdauer sind noch genug Ölreserven in der Lagerstätte vorhanden, die wir auf traditionelle Weise wirtschaftlich fördern können – und wollen!
Gemeinsam mit unserem Mutterkonzern BASF arbeiten wir ständig an neuen Lösungen, um noch effizienter aus den Lagerstätten zu fördern – umweltschonend und sicher.