Inseln aus Stahl und Beton
Ohne Bohrinseln wäre die Förderung auf See unmöglich. Je nach Wassertiefe setzen Unternehmen verschiedene Typen ein.
Wintershall in Argentinien
Seit 1978 hier aktiv ist unser Ziel, hier noch Jahrzehnte neue Ressourcen zu suchen und zu fördern.

Carina und Aries: Gas vor der Küste Feuerlands
Vor der Küste Feuerlands befindet sich das größte Offshore-Förderprojekt Argentiniens, an dem Wintershall Energía mit 37,5 Prozent beteiligt ist: „Carina“ und „Aries“ heißen die beiden Lagerstätten, aus denen wir gemeinsam mit Total und PanAmerican Energy Erdgas fördern. Carina wurde 1983 entdeckt und liegt rund 80 Kilometer vor der Küste. Unter dem Meeresboden (Wassertiefe: 80 bis 100 Meter) lagern auf einer Fläche von 890 Quadratkilometern und in einer Tiefe von rund 1000 Metern Erdgas und Erdöl. Aries ist rund 30 Kilometer von der Küste entfernt und wurde 1981 entdeckt. Das Feld erstreckt sich unter dem Meeresboden (Wassertiefe: 60 bis 80 Meter) auf einer Länge von zwölf Kilometern und einer Breite von vier Kilometern. Das Gas von Aries liegt in einer Tiefe von ungefähr 1600 Metern und ist reicher an Kondensat als das Gas von Carina. Aus beiden Erdgasfeldern wollen wir bis 2027 rund 56 Milliarden Kubikmeter Erdgas, 3,4 Millionen Tonnen Kondensat und 2,4 Millionen Tonnen LPG (Liquefied Petroleum Gas) fördern.
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Groß wie ein Hochhaus: die Förderplattformen
Mit Hilfe von Förderplattformen holen wir das Gas aus den Offshore-Lagerstätten in Argentinien. Die Stahlkonstruktionen bestehen aus zwei Teilen: Die „Jackets“ tragen die Plattformen und werden fest auf dem Meeresboden verankert. Sie stammen aus einer Werft in Louisiana und wurden 2003 per Schiff an zu den Lagerstätten transportiert. Beide sind so groß wie Hochhäuser: Das Carina-Jacket ist 80 Meter hoch und 15 Meter breit, das Aries-Jacket ist 76 Meter hoch und 15 Meter breit. Oben auf den Jackets sitzen die „Decks“ der Förderplattformen – sie wurden im Hafen von Veracruz in Mexiko gebaut und 2004 Richtung Feuerland verschifft. Beide Plattformen sind unbemannt, weil Gas, Kondensat und Wasser erst an Land in der Anlage von Rio Cullen voneinander getrennt werden.
Frostschutzmittel für die Pipeline
Auch auf dem Meeresboden tragen Stahlkonstruktionen dazu bei, das Gas zu fördern: Ein Rohrleitungsnetz von mehr als 100 Kilometern Länge ist nötig, um den Rohstoff an Land zu transportieren. Das klingt einfacher, als es ist – alleine die tiefen Temperaturen unter Wasser sind eine Herausforderung für die Technik: Auf dem Meeresgrund ist es etwa zwei Grad kalt, so dass das Nassgas in den Rohren Hydrate bilden und die Pipeline verstopfen könnte. Um das zu vermeiden, setzen wir dem Gas Monoethylenglykol (MEG) zu, das den Gefrierpunkt stark absenkt. An Land wird das „Frostschutzmittel“ dann zurückgewonnen.
Tonnenschwere Erdgas-Autobahnen
Neben den tiefen Temperaturen muss die Pipeline auch den gewaltigen Druck der Wassersäule verkraften. Die Rohrleitung des Carina-Feldes (Länge: 80 Kilometer) hat darum eine Wandstärke von 15 Millimetern, so dass sie bis zu 96,5 bar aushält. Dazu mussten große Gewichte bewegt werden: Jedes Rohrelement mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern ist zwölf Meter lang und wiegt zwölf Tonnen. Die Aries-Rohrleitung (Länge: 21 Kilometer) ist etwas schlanker: Sie hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern. Beide Pipelines sind mit einer Deckschicht versehen, die sie vor Korrosion durch das aggressive Meerwasser schützt.
Mehr als 3000 Kilometer bis zu den Verbrauchern
In Rio Cullen trennen die Aufbereitungsanlagen des Konsortiums Gas, Kondensat und Wasser voneinander. Sie sind für eine maximal Fördermenge von 14 Millionen Kubikmetern pro Tag ausgelegt. Von Rio Cullen gelangt das Gas in einer Pipeline in die Erdgasverarbeitungsanlage Cañadón Alfa. Von dort führt sein Weg dann weiter durch die San Martin-Fernleitung – bis das Offshore-Erdgas nach mehr als 3.000 Kilometern Strecke Großstädte und Industriezentren in Argentinien mit sicherer Energie versorgt.
















