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Wintershall in Libyen

  • Produktion mittlerweile bei rund 60.000 Barrel pro Tag
  • Wintershall liefert Erdgas zur Stromerzeugung für Tripolis
  • Unternehmen will sich weiter im Land engagieren


Mitte Oktober 2011 hat Deutschlands größter Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall die Ölproduktion in der libyschen Wüste wieder aufgenommen, die im Februar 2011 nach Beginn der Unruhen aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde. Die Produktion wird nun nach und nach hochgefahren. Die Anlagen sind unbeschadet; libysche Mitarbeiter der Wintershall hatten die Produktionsstätten in der Wüste betreut und kontinuierlich gewartet. Im ersten Schritt wurde von Wintershall eine Fördermenge von etwa 20.000 Barrel pro Tag erreicht und weiter gesteigert. Mittlerweile beträgt die Tagesproduktion rund 60.000 Barrel, im ersten Quartal 2012 wurden sogar durchschnittlich 70.000 Barrel erreicht. „Auf diesem Niveau wollen wir die Förderkapazität in 2012 stabilisieren. Allerdings ist es hierfür notwendig, dass auch die Exportinfrastruktur entsprechend zur Verfügung steht“, sagte der Wintershall-Vorstandsvorsitzende Dr. Rainer Seele.

Bei einem Spitzengespräch im Dezember 2011 in Tripolis mit dem neuen Premierminister Libyens, Abdurahim el Keib, informierte sich Seele über die aktuellen politischen Entwicklungen. Der Premierminister begrüßte die Bereitschaft Wintershalls in die weitere Entwicklung der Ölindustrie und die damit verbundene Infrastruktur zu investieren. El Keib dankte Seele zudem für die humanitäre Hilfe, die Wintershall leistet: "Wintershall ist schon lange in Libyen. Ihr Unternehmen zeigt in diesen historischen Zeiten als Partner eine sehr menschliche Seite."
Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der Wintershall (mitte), und Martin Bachmann, Vorstandsmitglied für E&P (links), treffen den neuen Premierminister Libyens, Abdurahim el Keib.
Seele versicherte dem libyschen Premierminister seine volle Unterstützung beim Bau des „Neuen Libyens“. Das humanitäre Engagement werde weiter fortgesetzt. Wintershall hatte zunächst im Rahmen der Soforthilfe mit Spenden den Internationalen Roten Halbmond sowie die unabhängige Kinderschutzorganisation „Save the children“ finanziell unterstützt. Derzeit ermöglicht Wintershall die Behandlung von schwerverletzten Kriegsopfern in Deutschland.

Auch für die Stabilisierung der Energieversorgung in Libyen leistet Wintershall einen wichtigen Beitrag. So hat das Unternehmen frühzeitig auch die Aufbereitung von so genanntem Erdölbegleitgas in der Wüste wieder in Betrieb genommen. Das Gas, das bei der Erdölförderung mit Zutage tritt, wird nicht abgefackelt, sondern aufwendig aufbereitet und durch Pipelines zu Kraftwerken an die Mittelmeerküste transportiert. Aus dem Gas wird dort für die Versorgung der Region Tripolis der notwendige Strom produziert.

Vor den Unruhen hatte Wintershall rund 100.000 Barrel Öl pro Tag in Libyen gefördert. Die tägliche Produktionsmenge schwankt in Libyen als OPEC-Mitglied grundsätzlich, da die Ölproduktion unter OPEC-Restriktionen geführt wird. Wann die maximale Tagesförderung wieder erreicht wird, lässt sich zurzeit noch nicht verlässlich sagen.

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Produktion aus acht Onshore-Feldern

Neben der Produktion auf dem libyschen Festland, an der Gazprom mit 49 Prozent beteiligt ist, wird seit September 2011 bereits wieder auf der Offshore-Plattform Al Jurf im Mittelmeer Erdöl gefördert. An dem dortigen Block C 137 hält Wintershall (6,75%) neben der nationalen Ölgesellschaft Mabruk Oil (73% / Betriebsführer) sowie der französischen Total (20,25%) eine Beteiligung. Das Konsortium fördert dort in rund 90 Metern Wassertiefe seit 2003 Erdöl. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen war die Produktion zu Beginn des Jahres 2011 eingestellt worden.

Mit Investitionen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar und über 150 abgeteuften Bohrungen ist die BASF-Tochter Wintershall einer der größten Ölproduzenten in Libyen. Bereits seit 1958 ist das Unternehmen dort in der Exploration und Produktion von Erdöl aktiv. Angesichts der politischen Lage hatte Wintershall im Februar 2011 die Förderung in der Libyschen Wüste aus Sicherheitsgründen heruntergefahren und sicher eingeschlossen. Alle internationalen Mitarbeiter sind zur gleichen Zeit ausgeflogen worden. Im Land geblieben sind rund 370 lokale Mitarbeiter, von denen auch die Produktionsstätten betreut und überwacht wurden.

Einen besonderen Dank richtete der Wintershall-Vorstandsvorsitzende Rainer Seele an die Mitarbeiter in Libyen: "Wir in Deutschland können es uns schwer vorstellen, was es wirklich bedeutet hat, in den vergangenen Monaten hier zu leben und sich, wie Sie es getan haben, vor Ort für unser Unternehmen einzusetzen."

Prominenter Besuch in der Libyschen Wüste

Der Präsident des Nationalen Übergangsrates Mustafa Abdul Jalil schaute sich jetzt Wintershalls Produktionsanlagen in der Sahara an.

Wintershall und RWE unterstützen Behandlung von Kriegsopfern

(Tripoli, 30.11.2011) Wintershall und RWE unterstützen im Rahmen der Soforthilfe für Libyen die dringend benötigte, medizinische Versorgung von Schwerverletzten. Die ersten fünf Patienten sind jetzt in Deutschland eingetroffen.

Wintershall-Vorstand besucht Mitarbeiter in libyscher Wüste

Im November besuchte Dr. Rainer Seele erneut Libyen, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz während der Unruhen zu danken.

Dr. Rainer Seele im Gespräch mit dem Handelsblatt

Handelsblatt-Interview mit dem Wintershall-Vorstandsvorsitzenden Rainer Seele über die Zukunft der Wintershall-Aktivitäten in Libyen.
A brand of BASF - The Chemical Company