Neue Wege zur Versorgungssicherheit?
Interview mit Prof. Dr. Bernhard Cramer, Leiter des Fachbereichs "Wirtschaftsgeologie der Energierohstoffe", Deutsche Rohstoffagentur in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover.

Prof. Dr. Bernhard Cramer
Gegenwärtig gibt es zahlreiche Medienberichte über die Suche nach unkonventionellem Gas. Brauchen wir unkonventionelles Gas?
Erdgas ist der fossile Energierohstoff mit dem höchsten Energieinhalt pro Einheit CO2. Daher wird Erdgas auch auf dem Weg in eine Energiezukunft mit wachsenden Anteilen regenerativer Energie eine wichtige Rolle zugesprochen. In Deutschland deckt die Eigenproduktion von konventionellem Erdgas etwa 15 Prozent des Verbrauchs. Hier könnten heimisches Schiefergas und Kohleflözgas einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.
Was ist unkonventionelles Gas?
Konventionelle Vorkommen enthalten Erdgas in gut durchlässigen Gesteinen. Dieses Gas kann erbohrt werden und strömt dann ohne weiteren technischen Aufwand zum Bohrloch. Bei den unkonventionellen Vorkommen ist das Erdgas im Untergrund gebunden; es ist entweder gelöst in Wasser, gebunden an Feststoffen oder befindet sich in gering durchlässigen Gesteinen. Daher muss Erdgas in unkonventionellen Vorkommen erst durch technische Maßnahmen mobilisiert werden.
Ist die Suche nach Erdgas in unkonventionellen Lagerstätten etwas Neues?
Nein. Insbesondere in China, Australien, Kanada und den USA werden seit vielen Jahren große Mengen an Kohleflözgas produziert. Seit etwa 10 Jahren entwickelt sich in den USA zudem die Produktion von Schiefergas mit rasanter Geschwindigkeit. Auch in Deutschland wird seit Mitte der 1990er Jahre Tight Gas gefördert.
Warum erregt die Suche nach unkonventionellen Lagerstätten weltweit gerade jetzt ein so großes Interesse?
Als in den USA die Förderung von konventionellem Erdgas deutlich zurückging, setzte zunächst ein Boom auf Kohleflözgas, vor einigen Jahren dann auch auf Schiefergas ein. Die USA konnten so eine drohende Importabhängigkeit verhindern. Heute wird etwa die Hälfte des Erdgases in den USA aus unkonventionellen Quellen gefördert. Jetzt wird nach dem Vorbild der USA in vielen Ländern versucht, durch die Nutzung heimischer unkonventioneller Erdgasvorkommen mehr Versorgungssicherheit zu erreichen.
Halten Sie die Erforschung und Erschließung von unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland für machbar und vertretbar?
Die Nutzung heimischer Schiefergas-Lagerstätten könnte einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Technisch machbar ist eine Nutzung heute schon. Ob dies in Deutschland derzeit aber ökonomisch und ökologisch machbar und sinnvoll ist, muss noch erkundet und geprüft werden.
Erdgas ist der fossile Energierohstoff mit dem höchsten Energieinhalt pro Einheit CO2. Daher wird Erdgas auch auf dem Weg in eine Energiezukunft mit wachsenden Anteilen regenerativer Energie eine wichtige Rolle zugesprochen. In Deutschland deckt die Eigenproduktion von konventionellem Erdgas etwa 15 Prozent des Verbrauchs. Hier könnten heimisches Schiefergas und Kohleflözgas einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.
Was ist unkonventionelles Gas?
Konventionelle Vorkommen enthalten Erdgas in gut durchlässigen Gesteinen. Dieses Gas kann erbohrt werden und strömt dann ohne weiteren technischen Aufwand zum Bohrloch. Bei den unkonventionellen Vorkommen ist das Erdgas im Untergrund gebunden; es ist entweder gelöst in Wasser, gebunden an Feststoffen oder befindet sich in gering durchlässigen Gesteinen. Daher muss Erdgas in unkonventionellen Vorkommen erst durch technische Maßnahmen mobilisiert werden.
Ist die Suche nach Erdgas in unkonventionellen Lagerstätten etwas Neues?
Nein. Insbesondere in China, Australien, Kanada und den USA werden seit vielen Jahren große Mengen an Kohleflözgas produziert. Seit etwa 10 Jahren entwickelt sich in den USA zudem die Produktion von Schiefergas mit rasanter Geschwindigkeit. Auch in Deutschland wird seit Mitte der 1990er Jahre Tight Gas gefördert.
Warum erregt die Suche nach unkonventionellen Lagerstätten weltweit gerade jetzt ein so großes Interesse?
Als in den USA die Förderung von konventionellem Erdgas deutlich zurückging, setzte zunächst ein Boom auf Kohleflözgas, vor einigen Jahren dann auch auf Schiefergas ein. Die USA konnten so eine drohende Importabhängigkeit verhindern. Heute wird etwa die Hälfte des Erdgases in den USA aus unkonventionellen Quellen gefördert. Jetzt wird nach dem Vorbild der USA in vielen Ländern versucht, durch die Nutzung heimischer unkonventioneller Erdgasvorkommen mehr Versorgungssicherheit zu erreichen.
Halten Sie die Erforschung und Erschließung von unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland für machbar und vertretbar?
Die Nutzung heimischer Schiefergas-Lagerstätten könnte einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Technisch machbar ist eine Nutzung heute schon. Ob dies in Deutschland derzeit aber ökonomisch und ökologisch machbar und sinnvoll ist, muss noch erkundet und geprüft werden.
















